Was genau bedeutet Selbstmedikation?

Bevor der Gang zum Arzt angetreten wird, versuchen viele Menschen, durch Selbstmedikation ihr Leiden zu lindern oder sogar zu heilen. Sie versuchen eine Eigenbehandlung aufgrund von Erfahrungen oder angeeignetem Wissen.

Unterstützt wird die Selbstmedikation durch frei erhältliche Arzneimittel, so genannten OTC-Präparaten. Diese “Over the Counter” (über dem Ladentisch)-Medikamente sind zwar apothekenpflichtig, aber ohne Rezept zu erhalten. Vor allem bei leichteren Alltagskrankheiten wie Kopfschmerzen, Durchfall, schwachem Fieber oder Erkältung wird eine Selbstmedikation häufig durchgeführt. Wenn eine Heilung oder zumindest eine Linderung der Leiden innerhalb kurzer Zeit Eintritt, ist dagegen auch nichts zu sagen. Sollte allerdings keine Änderung eintreten oder die Krankheit sogar schlimmer werden, ist das Hinzuziehen medizinischer Beratung unbedingt notwendig! Bei einem Beratungsgespräch in der Apotheke wird die eventuelle Notwendigkeit einer Behandlung durch den Arzt in der Regel auch relativ schnell erkannt. Bei Symptomen, die sich nicht relativ eindeutig zu einer “Allerweltsbeschwerde” einordnen lassen, in Zweifelsfällen oder bei immer wiederkehrenden Schmerzen ist zu empfehlen, sofort einen Arzt aufzusuchen.

Eine gut sortierte Hausapotheke ist für eine erfolgreiche Selbstmedikation unabdingbar, gerade wenn Kinder betroffen sind. Fiebersenkende und schmerzstillende Mittel, Hustensaft, Pflaster/Verbandmittel, Fieberthermometer, Nasentropfen, Mittel gegen Mückenstiche und eine Reihe weiterer Mittel sind die Grundausstattung. Hierbei unterstützt ein Beratungsgespräch in der Apotheke ebenfalls. Auch um Krankheiten vorzubeugen, kann eine Selbstmedikation sinnvoll sein. Dabei ist eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung die Basis. Frisches Obst und Gemüse, wenig Fett und Zucker, regelmäßiges Trinken, etwas Sport – wer das beachtet, wird sich manchen Griff in die Hausapotheke sparen. Wer Obst und Gemüse meidet – sei es aus geschmacklichen Gründen oder aufgrund allergischer Indikationen – kann auf Vitaminpräparate zurückgreifen; auch die sollten in die Hausapotheke. Eine erfolgreiche Selbstmedikation ist von der Qualität der Hausapotheke abhängig, daher sollte einmal im Jahr eine Durchsicht erfolgen.

Weil sich die Ressourcen im Gesundheitswesen immer mehr verknappen, wird die Selbstmedikation immer häufiger durchgeführt. Zuzahlungen bei verschriebenen Medikamenten, Praxisgebühr, längere Wartezeiten beim Arzt – all das hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass Patienten dazu übergehen, erst einmal eine Selbstmedikation in Betracht zu ziehen. Wer die Abgrenzungen beachtet, weiß, wann ein Gang zum Arzt angebracht ist, und sich vorbeugend verhält, kann mit einer Selbstmedikation Geldbeutel und Gesundheit schonen.

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